Know-how Der Einsatz von Smartphones und Tablets nimmt in Unternehmen stetig zu, eine konsequente Ausrichtung auf mobile Geräte ist aber noch in den seltensten Fällen Teil der IT-Strategie. Dabei lassen sich Unterschiede zwischen PC- und mobilen Plattformen überwinden.

Noch vor etwas mehr als zwanzig Jahren fand die Kommunikation für die meisten Menschen und Unternehmen mit Briefen, Telefonanrufen, persönlichen Treffen und via Fax statt. Telefon- und Videokonferenzen waren damals zwar schon möglich, aber auch mit entsprechendem Aufwand und Kosten verbunden. Durch Unified-Communications- Strategien können heute Unternehmen dem grundlegenden Konzept zur Vereinigung und Vereinheitlichung der Kommunikationslösungen und -kanäle Genüge tun und die Verständigung und Interaktion sowie den Austausch von Informationen zwischen Mitarbeitenden erheblich erleichtern. Ein für den Arbeitsalltag praktisches Beispiel ist die integrierte Präsenzinformation bei Instant Messaging, die dem Gegenüber anzeigt, ob ein bestimmter Teilnehmer gerade verfügbar ist. Daneben stellt auch der firmeninterne elektronische Kalender Verfügbarkeitsinformationen bereit, sodass freie Termine der einzuladenden Parteien eruiert werden können und gleichzeitig Terminvorschläge automatisiert ersichtlich sind. Über die Kommunikation hinaus lässt sich auch die Zusammenarbeit zwischen Angestellten, Kunden und Lieferanten dank Unified Communications heutzutage viel einfacher bewerkstelligen. Damit können sich Mitarbeitende und Teams besser aufeinander abstimmen, Termine planen und miteinander kommunizieren, idealerweise eben auch unternehmensübergreifend. Mittlerweile sind auch Videokonferenzen, Telefongespräche und Datenaustausch jederzeit und von überall her möglich. Dadurch können wertvolle Ressourcen wie Zeit und Geld eingespart werden.

Grundsätzlich kann heute jedes Smartphone als Kommunikationszentrale eingesetzt werden. Allerdings werden die zahlreichen Erleichterungen, die solche Geräte bieten, von den Unternehmen erfahrungsgemäss noch viel zu wenig adressiert und entsprechend ihr Potential für die unternehmensübergreifende Kommunikation nicht annähernd ausgeschöpft. Denn bei den meisten Unternehmen legt man nach wie vor mehr Wert auf die interne Kommunikation zwischen den Mitarbeitenden. Internes Messaging, Telefonie und Videokonferenzen vereinfachen zwar die interne und teils auch die externe Kommunikation, geht es jedoch um die engere Kollaboration mit externen Kunden, Partnern oder Lieferanten, beispielsweise die gemeinsame Arbeit an Dokumenten im Rahmen von unternehmensübergreifenden Projekten, dann wird rasch ersichtlich, dass in vielen Unternehmen nach wie vor Versorgungslücken bestehen. Unternehmensübergreifend werden Dokumente von den allermeisten Unternehmen nämlich noch immer per E-Mail ausgetauscht, einer Technologie notabene, die vor über zwei Jahrzehnten ihren Durchbruch erlebte und für IT-Verhältnisse ihren Zenit eigentlich längst überschritten haben sollte. Die mangelnde Verwendung zeitgemässer Technologien betrifft jedoch nicht bloss die Kollaboration als logische Erweiterung der Kommunikationsfunktionen. Selbst viel einfachere Werkzeuge und Features, die zu Unified Communications im herkömmlichen Sinn zählen, wie Instant Messaging, Präsenzinformationen und Terminplanungsassistenten, die für die effiziente Kommunikation auch mit externen Partnern, Lieferanten oder Kunden wünschenswert und sinnvoll wären, finden in der IT-Strategie der Unternehmen nur äusserst selten den ihnen eigentlich gebührenden Platz. In der Regel darf man schon froh sein, wenn Unified Communications überhaupt für die interne Kommunikation auch mobil zur Verfügung gestellt wird. Die mobile Technologie als Mittel zur Steigerung der Agilität, Konkurrenzfähigkeit und Kundenzufriedenheit zu verwenden, ist bedauerlicherweise kaum auf der Agenda oder wird zumindestnicht ausreichend prioritär in Betracht gezogen.

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Erschienen in Swiss IT Magazine 7-8/2018, www.swissitmagazine.ch

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